Danmarks Breve

BREV TIL: Arní Magnússon FRA: Niels Foss (1696-01-28)

[N. FOSS TIL ARNE MAGNUSSON.] Uytrechtd. 28. Jan. st. n. 96.

Efter orig. i AM. 453, folio. Brevet ender defekt, og det bevarede er delvis overstreget. Afsenderen er den bekendte bogsamler, senere etatsråd Niels F.

Monsieur mon tres honoré et tres eher ami

Ob ihn dieses in Leipzig antreffen wird, kan ich nicht wißen, zumahl da er sich meines behaltens, alß wir voneinander abschied nahmen, selbst wieder mich verlauten ließe, daß Er willens wäre gleich nach der Neu-Jahrß-Meße seine Zurückreyße anzutreten, wil doch nichts destoweniger hoffen daß ihn das liebe Leipzig noch wol einige wenige wochen über seinen dessein wird gehalten haben. Meine ankunft hieher ist vor 8 Tagen ungefähr geschehen, nachdem mich das verblitzte Amsterdam länger, alß ich anfangs gedacht hatte, gehalten, und logire bey einem Buchführer, nahmens William Broedelet, bey dem ich monatlich vor Bett und Stube 2 Rdr. gebe, habe aber die commoditet darneben, die ich längstens gesuchet, daß ich nemlich auß seinem Laden so viel Bücher zu mir auf meine Stube nehmen kan, alß ich immer verlange, und muß übrigens gestehen, daß er einer der höfflichsten Holländer ist, so ich auf meiner Reyse noch zur zeit habe angetroffen. Ob meine beyde auß Halle und Bremen, nebenst dem Packetgen, so ich ebenfallß auß Halle abgehen ließ, glücklich eingelauffen, kan ich nicht wißen, bitte deßwegen mit erster Poste, so es müglich, deßen mich zu benachrichtigen, und übrigens nicht zu vergeßen, was etwa neues in Leipzig seit meiner abreyse passiret, oder auch was an dem Orte, wo er sich ietzunder aufhält, sich kan begeben haben. In Amsterdam kauffte ich etliche kleinigkeiten von Bücher(!), und unter andern de Verdediging van Dennemarken, welches ist die Defense in das Hollandsche translatirt, imgleichen l’Histoire des revolutions de Suede par Mr. de Fontenelles, welche ihm wol schon wird bekannt seyn, item L’Esprit de la France et les maximes de Louïs 14 decouvertes a l’Europe, darinne so schimpflich von dem Könige in Dennemarken, und seinen etâtsmaximen s. 150 geredt wird, alß ich es noch mein Tage an keinem Orte gefunden habe; wie greßlich man in Leipzig mit solchen Büchern geschoren wird, habe ich nunmehr gemercket, nachdem ich vor l’etat du Royaume de Dannemark und die Verdediging zugleich, alle beyde in Frantzösischem Bande gebunden, nicht mehr alß ein halben Rth. gegeben habe, da man doch meines behaltens vor das erste ungebunden eben so viel in Leipzig prætendirt hat. In Amsterdam ward mir von einem Buche Nachricht gegeben, so einer, nahmens Jacob van Oudenhoven unter dem titul: Vernieuwde outheden der Cimbrer zu Haerlem solte geschrieben haben, selbiges aber war in der gantzen Stadt nicht zu bekommen, und hier kunte ich es auch nicht, alß ich herkam, habhaft werden, mein Wirt aber hat mirs verschrieben und wird es morgen, wie er von seinem correspondente ist bericht worden, mit der Treckskuyte ankommen. Ich verlange sehr zu wißen, ob ich von den disputationibus, so mir Mr. Groschufs Diener verschreiben wolte, welche bekommen habe, und was vor welche, bitte, auch dieses, wann er schreibet, nicht zu vergeßen. Hier redt man ietzunder von nichts anders, alß von der bevorstehenden ruptur zuischen Dennemarck und Schueden, davon die Gazetten alle tage vol sind, und, wie ich höre, sollen schon Manifesten beyderseits außgekommen seyn. Von Fürstlichen Personen halten sich hier ohne unsern Printz Carl, der Printz von Nassaw, der Printz von Mecklenburg, der Printz von Sachsen-Meiningen, und der Printz von Bareyth auf. Der Mecklenburgische gab vor 2 Wochen einen Ball, darzu er alle semes gleichen, so sich hier aufhalten, geladen hatte, und wurden die Hrn. Teutsche, so hier ietzunder in großer Anzahl befindlich seyn, alle alß spectatores promiscué eingelaßen, kurtzer zeit aber ….