Danmarks Breve

BREV TIL: Arní Magnússon FRA: Niels Foss (1696-04-17)

N. FOSS TIL ARNE MAGNUSSON. Utrechtd. 17. Apr. 96.

Trykt efter orig, i AM. 453, folio. Udskrift »Monsieur Monsr. Arnas Magnæus a Leipzig par convert«. A. M. har tilf. fg. påtegninger »Engelskur fick snoppung; Thomasii trette med Carpzov; Fleischer Renomm (rødkridt); Bomcke i Halle (blyant); Mollins afdrif; Msta i Uytrechts Bibliothec«.

Monsieur.

Deßelben angenehmes de dato Leipzig d. 29. Febr. ist mir zuar zu rechter zeit zugestelt worden, daß ich aber solches nicht längstens gebührlicher maßen beantwortet, rühret daher, daß ich in einer zeit von ungefähr 3 a 4 wochen einen tour in Holland herümbgethan und zugleich der vortrefflichen auction so zu Leiden gehalten worden, beygewohnt. Da ich aber nunmehro wieder zur Ruhe gekommen bin, statte ich hiemit meine Schuldigkeit s. 151 ab, wie wol ich trefflich ambiguus bin, ob ihn dieses in Leipzig antreffen wird oder nicht. Mr. Moss ist ein sehr sauberer Hr., der mir kein Wörtgen auf meine Brieffe antwortet; Er scheint das alte proverbium zu verificiren; auß den augen, auß dem sinne. Der Zusage, die ich dem Hrn solte gethan haben (in puncto Leiden) weiß ich mich warlich nicht zu erinnern, bitte deßwegen solches mir ehistens zu notificiren, da ich denn meiner parole unfehlbar nachkommen werde. Was er von einer imprimirten affection schreibet, kömt mir ziemlicher maßen rätzelhaft vor und kann ich den sensum zuerlich penetriren, np. Davus sum, non Oedipus. Mr. Rosenberg und Hofman sind bereits wieder nach Norwegen gegangen, jenem ist sein Vormünder Bürg. Lauritz Söfrensön gestorben, und dieser kriegte von seiner Mutter ordre nach hauße zu kommen; inzuischen meinte Rosenberg unfehlbar wieder außzukommen, daran Hofman aber vor seine person zueyfelte, und mich entweder hier oder in Engelland zu rancontriren. Ob ich denselben gleich genugsam mit meinen in Leipzig nachgelaßenen Packetgen bemühet habe, so unterstehe ich mich doch in regarde unßerer Freundschaft noch was mehrers und bitte höflichst mir von den Unterredungen den Monath November 1693 (vor welchen ich, wie ich sie bey Fritschen kaufte, casu nescio quô, einen Unrechten bekommen habe) wie auch was von denselben seit dem Monath Septembr. 95 exclus. außgekommen, einzukauffen; imgleichen wünschte ich mir gerne Thomasii Monathen, die ich mir in Leipzig zu verschaffen vergeßen habe: Solches alles kan mir mit Mr. Calenio, so mir vermutlich die Freundschaft nicht wird abschlagen, zugestelt werden; was Er aber darvor in Leipzig außleget, solches sol ihm, so bald mir nur darvon rapport ertheilt wird, in Copenhagen wieder bezahlt werden. Ümb das erste, was nehmlich die Unterred. anbelanget, habe ich schon Mr. Mossen ohnlängst in einem Brieffe ersuchet, von demjenigen aber, der mich nicht einmahl einer Antwort auf meine Schreiben würdigen wil, kan ich mich viel weniger eines anderen Diensts versichern. Der gute Tollius, mit dem ich manche ehrliche Stunde im Coffi-hauße weggeschuatzt habe, ist hier vor ohngefähr 10 a 12 tage todes verblichen, und hat eine Bibliotheque, die von 4 Folianten, 10 Qv. und 13 octav bestehet, nachgelaßen, ut mirer proinde, unde illa eruditio. So bald der Thesaurus Antiquit. Grævii fertig, wil man hier anfangen das grose corpus Historiæ Byzantinæ aufzulegen, darzu der Hr. Grævius etliche noch niemahlß gedruckte Scriptores eiusd. historiæ zuzufügen s. 152 hat. Gatakeri opera sind schon unter der Preße, wie auch ein neuer Arianus Gr. Lat. cum notis Ezech. Spanhemii und mit medaillen illustriret. Zu Leiden druckt man ietzunder Hofmanni Lex. univers, mit ziemlichen additamentis, so man dem Auctori vor 1000 Gülden abgekaufft hat. Zu Amsterdam werden die Critici sacri, darein Grotii opera Theolog. sollen gerückt werden, aufgeleget, wie auch Opera Vossiorum, Patris et Filii. Mein hospes wil auch ietzunder Lightfoots opera drücken laßen, so daß man an allen orten mit großen Wercken beschäftiget ist. Ich möchte gerne wißen, ob Mr. Randulf auß Leipzig weggereyßet, und wie es mit dem bewusten Ducate abgelauffen. Zu Leiden habe ich Mr. Schwendendörffer l’aîné und Mr. Friese angetroffen. Ich kan mich des Lachens nicht enthalten, wann ich in Cramers Vindiciis nominis German, lese, qvod lingva Germanica apud Danos et Svecos Lingva sit erudita; was selbiger seinem adversario objicirt, daß es nehmlich spöttlich ist von einem Lande in solchem Falle zu jugiren, darinne man selber nicht gewesen ist, solches kan man ihm in diesem stücke eben so füglich objiciren; eine trefliche consequence ist es auch, daß, weil er sem lebtage von keiner Poesi in der Dänische(!) Sprache was gehört hat, ergo giebt es auch keine poeten in Dänemarken: mich wundert, daß er den rechten locum ex Perronianis, da am allerderbesten von den Deutschen geredt wird, nicht alleguirt hat, denn was er aus denselben p. 9 beybringet, ist gegen den anderen locum vor nichts zu rechnen. In der auction zu Leiden habe ich einen großem Styfuer angewannt, alß ich wol anfangß gedacht hatte; einen hauffen catalogos habe ich unter andern bekommen, die ich mein Lebtage nicht gesehen, a[ber] selbe ziemlicher maßen wol bezahlet. Ogerii iter [Danicum] et Svecicum habe ich hier zu Lande aller orten gesucht und such[en] las[sen], kan es aber zu meinem grosen Leidwesen nirgends finden. Molesworth ist hier lange nicht in der reputation, die er zu Leipzig erhalten hat, gestalt denn niemand das maul aufthut, der nicht spricht, daß er an allen zeilen passionen blicken läst. Hier gehet ein Gerüchte, alß solte Denne & mit Franckereich gebrochen haben, aber solches kömt mir so ungläublich vor als ungereimt. Ehistens, wann ich auf diesen Antwort erhalten habe, werde ich ihm vielleicht einen hollandischen brief zuschreiben, dar sol Er lebben und malkander million-weise antreffen. Womit ich schließe und nechst Anerwünschung göttlicher obhut, samt freundlichsten gruß an Messr. Calenium, Moss und Pantaleon verharre

Monsieur Vostre tres humble et tres obeiss. serv.
N. Foss.