Danmarks Breve

BREV TIL: Johan Albrecht af Mecklenburg-Güstrow FRA: Christian 4. (1625-06-14)

14. Juni 1625.
Til Hertug Johan Albrecht af
Meklenborg
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Meddelelse om, hvilken Stilling Fyrsterne under og efter Kredsdagen i Brunsvig har indtaget til Spørgsmaalet om den nedersachsiske Kreds’s Defension. Beretningerne om Tillys Planer er indbyrdes modstridende. Et Krigsforetagende fra svensk Side vilde aflaste Kongens Hær, men den svenske Konges endelige Resolution foreligger endnu ikke. — Afskrift i Geh. - u. Haupt-Archiv i Schwerin.

Freundlicher vielgeliebter Vetter vnd Sohn, E. L. schreiben 2 ) zu Gustrow datirt in diesem itzlauffenden Monat ist mir diesen morgen wol zu handen gebracht, vnd daraus E. L. gute Leibs disposition mit erfreutem gemüth vernommen. Für mein Person kan ich nicht dem lieben Gott genugsam dancken, derselbige helff hinfüro mit gnaden. Den verlauff dieses defension wercks, siderdem ich E. L. gesprochen, ist vngefehrlich dieser, dass zwar die Braunschweig: Lünenburg: vnd Lauenburgische Gesanten auf nechstem gehaltenem Craisstag 3 ) sich den andern opponirt, die Braunschweigische s. 63 aber hernacher ihr votum corrigirt, auch der hertzog in schrifften sich erclärt, dass er dem Lauenburgischen Reces 1 ) zuwider nichts zuthun vermeinte. An Lünenburg 2 ) hab ich geschickt, welcher sich erclärt, dass er sich nicht absondern wolte. Was Lauenburg betrifft, so ist an ihn geschrieben 3 ), s. 64 welcher sich darin nicht wird weigern konnen. Lübeck hat sich biss dato zimlich widerig gestellt, Hamburg aber gar wol erclärt, welches von Bremen ich auch vermute. Dass der von Braunschweig sich anfänglich etwas widerig gestellt, ist auss forcht für Tilly geschehen, welches ich auch gern gesehen, auf dass er desto besser gegen Tilly sich entschuldigen könte. Jetzo aber hatt er vnd der von Lünenburg mit zufuhr vnd contribuiren sich gutwillig vermercken lassen, wass weiter erfolgt, gibt die Zeit. Die Päss an der Weser, wie mir berichtet, seind besetzt, auch das Braunschwiegische Landvolck in guter ordre gestellet 1 ). Tilly[s] aufbruchs oder marchiren halber hatt man gantz vngleichen bericht, etliche vermeinen, er werd sich hieher kehren, andere aber vermeinen, dass er sich nach dem Mansfelder wenden wird, welcher vber Rhein gezogen vnd bej Rees vnd Emmerich sich aufhalten soll vnd so gar starck nicht sein soll. Vielleicht mag Tilly sich besorgen, dass der Mannsfelder sich zu dieser Armée möcht verfügen, welches zu verhindern er sich wird angelegen sein lassen 2 ). Innerhalb wenige tagen werde ich, s. 65 ob Gott will, das lager formiren vnd mit Gottlicher Verleihung weiter vor die hand nemmen, wass die Zeit leiden wird 1 ). Von des Konigs in Schweden L. endliche Resolution ist mir noch der Zeit eigentlich nichts bewust, weil des Churfursten von Brandenburgs Ldn Gesanten 2 ) durch contrari wind in Schweden lange aufgehalten. Da Seine L. der Konig von Schweden diess Jahr etwas thun wollen, so were es hohe Zeit, auf dass das gegentheil an anderen ortern auch etwas zu thun krigte, auf dass die gantze last dieser Armée nicht allein möchte anhangen. Der weg nach dantzig wird vnserer Intention wenig dienen. Der Allmächtige weiss zum besten, wass seinem nahmen zu ehren gereichen kann, Wessen Almacht ich E. L. hiemit will befholen haben, darnebenst freund Vetter vnd Vatterlich bitten, da[s] E. L. wollen deroselben brudern meinetwegen salutiren vnd ihm dieses schreibens contenta communiciren, Vnd verbleibe die Zeit meines lebens

E. L. getreuer Vetter
vnd Vater

Datum Rodenborch
den 14 Junij 1625.

Christian.

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