Danmarks Breve

BREV TIL: Gregers Wad FRA: Jacob Nicolai Møller (1801-04-01)

4.

Freyberg1 April 1801.

Werthgeschätzter Hr Professor!

Dass ich Ihres letzten Brief nicht habe gleick beantworten konnen, davon ist eine kleine Abwesenheit auf einer geognostischen Reise Schuld; jetzt da ich zurück bin setze ich mich gleich hin, um die Aufträge, welche Sie mir gegeben haben nachzukommen. Zur Beantwortung der mineralogischen Qvæstionen innliegendes Blatt; ich bin nicht weitlauftiger darinn gewesen weil Verbum sat sapienti. Sollte inzwischen etwas darin unverständlich oder zu kurz sein, da wird Dr Steffens, der diesen Sommer heimkehrt Ihnen iiber vieles Ausschlusz geben können, denn ich werde nicht mehr hier in Freyberg das Vergnügen haben konnen etwas von Ihrem freundschaftlichen Händen zu sehen, da ich binnen kürzem Freyberg verlasse, um mit einem meiner Freunde nach Paris zu gehen. Sollte da für meinem Fache nichts zu gewinnen sein, werde ich wieder zuriick iiber die vorzüglichste Punkte der Niederlander, Hessen Harz zurückgehen.

Ehe Doctor Steffens zurück ist werden Sie den ersten s. 76 Theil seiner Beyträge zur innern Naturgeschichte des Erdbodens haben welcher Zur Ostermesse herauskommt. Ein Werk welcher sowohl durch Genie als Kenntnisse merkwiirdig in den Naturwissenschaften Epoche machen wird und ihm einen unsterblichen Ruhm erwerbén.

Bey Kohler steht das ganze Haus jetzt ledig und meine Landsleute werden nach Belieben das beschriebene Logie von 80 bis 35 Rd jährlich wahlen konnen. Die Aufwartung ist jahrlich a person 12 Rd das Bett ebenfalls, das Abendessen pro pers. wochentlich 1 Rd. Frühstiick, Thee, Chocolade, Caffe, Wein wird portionsweise bezahlt.

Die Preise sind also wie Sie sehen die alten, da Sachsen von dem Kriege ziemlich abgelegen ist und kein starker Handel treibt, so bleiben sich der Preis Werth der Dinge hier constanter als anderswo.

Bey Ihnen zittert und bebt woht jetzo alles für die Flotte des Herren Nelson de Nil. Ich bin hochst neugierig auf dem Ausfalle, und wünsche dasz sich das Ungewitter zerstreuen mögte, ohne zur Ausbruck zu kommen.

Die Gerüchte des Krieges verhallen in dieser Ecke der Welt und alles geht hier in einen ruhigen alltäglichen Kreise, und von wichtigen Erneuerungen welche für die Abwesenden unterhaltender sind als für die Anwesenden wissen wir nichts.

Wie sollte ich Ihnen dennoch etwas erzählen können? Aber sobald ich wiederum auf einen fixen Punkt komme, werde ich es Ihnen werthester Hr Professor melden, um nicht zu lange Ihrer freundschaftliche Briefe zu vermissen.

Gonnen Sie mir diese Freundschaft immer so gewisz wie ish sie zu verdienen mich bestreben werde, und der Himmel gönne Sie lange und glücklich zu leben zum Besten der Wissenschaften.

NIC. IAC. MØLLER.