Danmarks Breve

BREV TIL: Jakob Peter Mynster FRA: Philip Marheineke (1837-08-19)

Fra Samme.
Berlin, am 19. Aug. 1837.

Ew. Hochw. beehre ich mich, beigehendes Büchlein, Ihnen gewidmet *) , ganz ergebenst zuzustellen. Ich habe wirklich geeilt (und mich deshalb gewit auch wieder übereilt) mit der Herausgabe dieses Buchs, um Ihnen dies öffentliche Zeichen meiner Verehrung zu geben. Sie müssen deshalb nun auch einen Theil der Mängel dieses Buchs auf sich nehmen.

Ju manchen Puncten, wie über das Verhältnit der Kirche zum Staat, glaube ich mich Ihrer Zustimmung erfreuen zu können. Auf Einzelnkeiten kommt es mir nicht so sehr an, dat ich nicht noch überzeugt wäre, oft in Irrthümer gerathen zu seyn; sondern, was mich interessirt zu erfahren, ist vorzüglich, ob wohl die practische Theologie in dieser Organisation ihrer Elemente eine zweckmätige Einrichtung, ein nothwendiges Verfahren, einen wesentlichen Fortschritt gefunden hätte, wie ich es gewünscht habe. **) . Und da Sie denn doch nun einmal mit dem Buch, wie es ist, vorlieb nehmen und, als Ihnen gewidmet, sich seiner auch annehmen müten, so lege ich noch einige Exemplare zu freier Disposition bei.

s. 190 Ich stehe in Begriff, mit meiner Familie auf vier Wochen nach Heidelberg zu gehen, hauptsächlich zu dem Zweck, um mich da an Ort und Stelle mit den Manuscripten Daub’s zu beschäftigen. Schon je$$*t wird hier an den Vorlesungen über philosophische Anthropologie gedruckt — ein gediegenes Werk voll neuer Gedanken und Untersuchungen, merkwürdig auch dadurch, dat es ein rein gesprochenes ist, aber dennoch so wie nur der beste Schriftsteller schreiben kann.

Meine Freunde und Bekannten alle bitte ich von Herzen zu grüten. Mögen Sie, Verehrtester, sich eines anhaltenden Wohlergehens zu erfreuen haben.

Marheineke.