Danmarks Breve

BREV TIL: Jakob Peter Mynster FRA: Claus Harms (1839-07-24)

Fra Harms.
Kiel, 24. Juli 1839.

Theurer Freund! Ihr Brief hat mir recht wohlgethan; ich glaubte schon, dat ich bey Ihnen nicht mehr dieselbige Stätte noch hätte welche früher, und sehe je$$*t, noch dieselbige; hätte meine Freude darüber vor dem Ueberbringer gern ausgesprochen, allein, der hat mich verfehlt bey der Zustellung Ihres Buchs und Briefs, und ich habe in den 4 Gasthöfen unserer Stadt vergeblich nach ihm fragen laten.

Der Ueberbringer meines ist ein Rutischer Staatsrath Turgeneff, der mich um eine Adrete an Sie gebeten hat. Solche Besuche, Aufwartungen gehören mit zu den Lasten und Leiden dieses Lebens, doch zuweilen sind sie auch Freuden. Ich konnte diesen Herrn nur ¼ Stunde sprechen, er wies sich aber so, dat ich länger mit ihm hätte sprechen mögen.

Ich danke Ihnen für das Altarbuch, um so mehr, da wir unseres Landes auch auf eine neue Agende steuern und dieserhalb schon in corporibus, d. h. einzelnen Propsteyen, so die Prediger der Propstey Kiel, unter welchen ich selbst, Anträge s. 198 gemacht haben. Ihre Arbeit wird uns von Nu$$*en seyn. — Eben ist das Kirchengebet ein Besprechen gewesen in einem vor ein paar Wochen bey mir gehaltenen Predigerconvent. Ich schlug sofort das Kirchengebet aus bey Ihnen und spürte mir den Inhalt heraus. Ja, kurz ist es, das nach der Predigt, wie Sie auch in den Bemerkungen sagen, dat es seyn müte. Meines, das ich brauche, davon ich eine Abschrift einlege, wurde im Eonvent für zu lang erklärt, und von mir mit. Die Gemeinde auch, weit ich, mag es nicht, mag die Länge nicht. Doch bin ich für einige Länge. Unsere Auditorien sind zu sehr auf die Predigt versessen; es mut ihnen liturgischer Geschmack beygebracht werden. Die Väter beteten das Kirchengebet mit groter Andacht nach. Ist auch ja, wenn die Predigt nichts werth ist und der Gesang auch nicht tauget, allemal ein gut Stück. Freylich — es kann zu lang werden, meins möcht’ es seyn.

Aber, Theurer, ich mut mir es vorbehalten, späterhin über diese Sache und andere Sachen der Art an Sie zu schreiben, und Ihre Freundschaft lätet mich das thun, giebt mir vielleicht zuweilen ein Wort zurück.

Von Herzen
Der Ihrige
Harms. *)