Danmarks Breve

BREV TIL: Frederik 5. FRA: Peter Forsskål (1760-11-07)

7. Forskåls Ansøgning7. Nov. 1760.

Pro memoria.

Ich bitte mir das noch unterthänigst aus, dass in der mir zugebenden instruction, eine gewisse Anzahl vestgesetzet werden möge, wie viele ich von jeder Art der vorkommenden

1. Thiere

2. Vögel

3. Fische

4. Amphibien

5. Insecten

6. Würmern

7. Conchylien

8. Corallen

9. trocknen, und

10. lebendigen Kräuter

11. Sämereyen

12. Zwiebel

13. Steinarten

14. Holtzarten

15. Medicinalsachen

16. Manufactur- und

17. Commercien-Proben

abliefern soll; wogegen ich mich eydlich verpflichten will, nicht das geringste für mich selbst oder sonst jemanden aufzugeben oder zu übersenden, ehe ich die mir vorgesetzte Anzahl aufgebracht, zum Aufheben preparirt und abgeliefert habe, auch darzu die allerbesten Stücke von denen, die ich habe sammeln können, auszusuchen. Nachhero aber hoffe ich, dass mir gnädigst verstattet werde, naturalien und andere Sachen, jedoch auf meine eigene Kosten, für mich selbst zu conserviren und nach Europa zu übersenden. Und falls ieh davon andern was überlassen wolte, soll es, s. 102 wenn es verlanget wird, allezeit mit der Bedingung und Abrede geschehen, das nichts davon in publiquen Schriften darf bekant gemacht werden, eher als es zuerst aus Dänemarck geschehen ist.

2. Da ich erfahren habe, dass Ihro Majestät mir einen Gehülfen auf der Reise in Gnaden bewilliget, so bitte ich nochmals unterthänigst, dass derjenige Medicus, der mit mir aus Schweden gekommen ist, dazu angenommen werden möge. Ich darf mich zwar darauf gar nicht berufen, dass ich ihn auf eigene Kosten mitgebracht, da ich dieses zwar in guter Absicht und Hofnung, doch mir von selbsten gewaget habe zu der Zeit, da mir dieses zuspät beyfiel, als dass ich deswegen aus Dänemarck hätte Antwort abwarten können. Allein da doch noch zu Upsal die Gelegenheit weit besser sein wird die Naturalhistorie zu lernen, als wie hier, wo die deswegen gemachten schönen Anstalten doch noch in ihrem Anfange sein werden, und da dieser mein Gefährte auch mit einem schriftlichen Zeugnisse des Herrn Linnæi zeigen kann, dass er sich diese Gelegenheit zu Nutze gemacht hat, so wird man noch leichter meiner unterthänigen Versicherung glauben können, dass ich von ihm währender Reise eine sehr grosse Hülfe erwarten kann. Falls also sich kein mehr geschickter dazu gemeldet hat, bitte ich um die Gnade, dass mir doch der zum Gehülfen vergönnet werde, von dessen Geschicklichkeit, Fleiss und Gemüthe ich sicher sein kann, und durch dessen Hülfe ich den getreuesten Dienst dem Könige zu leisten hoffe. Wenn ich an seiner Stelle jemanden bekomme, der sich erst in den mehresten Theilen der Naturgeschichte üben und unterrichten soll, so habe ich von ihm wenige Hülfe in Beschreibung der Naturalien zu erwarten. Die Ehre aber von der Reise bleibt doch allemahl nur bei der Nation, von der die Kosten und die Anstalten dazu herkommen.

3. Weil ich mich vorhero angebothen, nur so viel Geld für mich auf der Reise zu bekommen, als ich zum Unterhalt und Kleidung gegen abzugebende Rechnung nothwendig brauchte, bat ich mir daneben etwas Handgeld aus, als das eintzige, das ich frey und ohne Rechnung disponiren zu können wünschte. Wenn mir aber ein gewisses Salarium gnädigst angeordnet wird, wobey ich die Nothwendigkeiten des Lebens ohne in so entfernten Ländern Noth zu leiden gewiss haben, und mir selbst daneben einige Naturaliensamlungen machen kann, so verlange ich weiter gar kein Handgeld; zumahl da ein Handgeld gegen Rechnung das nicht sein würde, was ich mich unter dem Nahmen ausbitten wollte. Was ich aber ausser dem zu besondern Reisekosten, convoy, und con- s. 103 servirung der naturalien, die ich hieher abzuliefern habe, ausgeben muss, das hoffe ich unterthänigst, wird mir gegen Rechnung besonders ausgezahlt werden.

Copenhagen d. 7. Nov. 1760.

Petr. Forsskaal.