Danmarks Breve

BREV TIL: Johan Hartvig Ernst Bernstorff FRA: Peter Forsskål (1760-11-24)

9. Forsskål til Bernstorff, København24. Nov. 1760.

Ew. Excellence bitte ich unterthänigst mir gnädigst zu erlauben, wegen der Arabischen Reise noch etwas zu melden.

Gestern ist ein hiesiger studierender, Nahmens Kramer, bey mir gewesen, und hat mir berichtet, dass er wegen der Naturalhistorie zu meinem Compagnon auf der Reise angenommen wäre, und zwar auf die Weise, dass er mir nicht subordinirt, sondern gleich sein, und ich ihm, so wie er mir, zu Hülfe sein solte.

Wenn dieses sich so verhält, merke ich wohl, dass ich die Königliche Resolution unrecht verstanden habe, wornach ich mir einen Gehülfen in Unterthänigkeit erwartet habe, und also einen, der wenn ich Hülfe nöthig habe, nicht mir diese Hülfe abschlagen, und als independent sich gantz was anders vornehmen könte.

Ich erkenne gerne für meine Schuldigkeit jederzeit dasjenige mit aller Unterthänigkeit anzunehmen, was Ew. Excellences Urtheil mit derselben Unterthänigkeit unterwerfen zu dürfen.

Da dieser mein Compagnon mir auf keine Weise subordinirt sein soll, so habe ich mir auch das Recht nicht anmassen können seine Fähigkeit zu prüfen. Falls er aber sich der Naturhistorie nicht so wie ich ergeben hat, wie ich denn grosse Ursache zu vermuthen habe, und wir doch solten als gleiche Mitarbeiter bey derselben Wissenschaft angesehen werden, würde daraus folgen, dass ich auf der Reise fast alleine die Arbeit, und der andere doch nicht weniger den Nahmen davon, haben würde. Ew. Ex- s. 106 cellence sind viel zu gnädig und viel zu gerecht dieses zu befehlen, dass meine Mühe einem andern solle zugerechnet werden.

Ich dürfte also unterthänigst hoffen, dass mir gnädigst erlaubt würde für mich alleine und ohne alle communication mit dem andern, zu arbeiten. Allein auch dabey überlasse ich unterthänigst Ew. Excellences Beurtheilung, ob nicht von einem solchen Geheimhalten ein beständiger Groll und jalousie eine natürliche Folge sey; ob nicht eine vor sich schwere Beise dadurch ungemein schwerer werde, wenn ich in den unglückseeligen Zustand gesetzt würde, mich forciret zu sehen eine beständige heimliche Feindschaft mit jemanden zu unterhalten, bey einer Gelegenheit wo die Freundschaft so sehr nöthig ist; und ob mir denn nicht eine grössere Gnade geschehen wäre, wenn mir gar keiner in meiner Wissenschaft wäre adjungirt worden.

Ich dependire völlig von den Befehlen Ew. Excellences, aber um frohes Gemüth auf der Reise zu haben dependirt nicht von mir selbst, wenn ich auf solche Weise mein Schicksal, und meine nie vermuthete Umstände bedauern muss.

Wäre es aber so glücklieh für mich, dass noch keine schliessliche Resolution gefasset wäre, so bitte ich unterthänigst, falls jemand noch als mir zu Hülfe soll verordnet werden, und falls mir nicht erlaubt wird den geschickten Discipel vom Hrn. Linnæus, und redlichen Freund von mir, den ich unterthänigst dazu vorgeschlagen habe, zu bekommen, nur doch die Gnade zu erlangen, dass mir verstattet werden möge, mich von der Geschicklichkeit derjenigen Person zu erkundigen, auf dessen Hülfe ich währender der gantzen Beise mich verlassen soll, und meinen unterthänigen Bericht davon abzugeben, ehe er angenommen wird. Es könte sonsten geschehen, dass ich einen bekäme, den ich beständig nur unterrichten müsste, und wodurch meine Arbeit vermehret nicht aber erleichtet würde.

Auch bitte ich unterthänigst um die Erlaubniss meine instruction vorher zu sehen, und wenn ich dabey was in Unterthänigkeit zu erinnern wünschte, es thun zu dürfen, ehe sie mir zum Nachleben aufgelegt wird.

Mit der tiefsten Ehrerbietung und Gehorsam bin ieh zeitlebens