Danmarks Breve

BREV TIL: Christian Friedrich Temler FRA: Peter Forsskål (1761-09-04)

16. Forsskål til Temler4. Sept. 1761.

Hochwohlgebohrner
Hochgeehrtester Herr Kantzley Secretaire.

Aus dem Briefe des Hrn. Baron und Geheimde Raths Bernstorffs Excellence, sehe ich dass mir noch nicht der Rückweg um Africa erlaubt worden. Seiner Excellence der Herr Oberhofmarschall hat mir dasselbe geantwortet. Ich darf nicht mit weitern Bitten Ihre Excellencen beunruhigen, halte aber diese Ansuchung noch in Ansehung meines studii und der zusammelnden naturalien für den König, so wichtig, dass ich noch eine grosse Begierde zu diesem retour übrig habe. Dass Ew. Excellence mir geschrieben, Ihro Majestät hätten noch nicht darinn einwilliget, die Worte lassen mich noch hoffen, dass nicht alles dabey verlohren zu geben.

Ich stelle mir vor, dass die natürliche Ursache dieser erhieltenen Weigerung die sey, dass diejenigen Herren und mächtigen, von denen ich nicht das Glück habe genung gekant zu sein, befürchten, dass solche Vorschläge uns mögen in grosse und neue depensen einführen, da man von dem zu erwartenden Nutzen nicht völlig gesichert ist. Anderer Beyspiele mögen auch zu dieser Furcht s. 118 hinlängliche Anleitung gegeben haben. Allein wenn ich in Arabien in Mocka oder Mascate eine Schiffsgelegenheit finden konte, mit der ich bloss und allein mit der mir bestimten gage um Africa reisen konte, möchte mir alsdenn nicht dieser Rückweg erlaubt werden? Da der König uns sonst freye Reise zugleich giebt, so müsse auf diese Weise mein retour dem Könige mit Gewissheit weniger Kosten verursachen, und die Gelegenheit Naturalien zu sammeln doch unstreitig weit grösser werden. Wollen Sie doch für die Wissenschaft und für mich die Güte haben, und bey guter Gelegenheit Ew. Excellence diese Bitte vorbringen, dass es mir nur in dem Fall, wenn ich auf meiner gage allein reisen kann und will, zugelassen werden möchte. Ich werde mich jederzeit bemühen keinem Anleitung zu geben es zu bereuen, dass der Vorschlag befördert worden.

Ich bitte Sie auch dem Hr. Hofschreiber Müller 1) meine Empfehlung zu machen, und Ihn ersuchen dieselbe Vorstellung gelegentlich des H. Oberhofmarschalls Excellence zu machen. Ich weis in der That nicht diese meine Ansuchung auf andere Weise von allen etwa befürchteten Ungelegenheiten zu befreyen, und kann mir denn keine andere Bewegungsgründe weiter ausfündig machen, wenn das nicht angesehen wird, dass ich meine Reise gewiss weniger kostbar und mehr nutzlich machen will.

In dem Fall dass diese doch gar nicht irraisonable Bitte solte gehört werden, würde mir wohl nothwendig sein, dass bey dem Abgange von Arabien die gage eines Jahrs zum voraus ertheilt würde, weil die Seereise öfters so lange Zeit dauert.

Ich werde jederzeit mit aller Danckbarkeit Ihre geneigte Versprache hierinnen erkennen, wie ich mit aller Hochachtung verbleibe

Ew. Hochwohlgebohrnen
gantz ergebenster Diener
Petr. Forsskaal.

Constantinople d. 4. Sept. 1761.