Danmarks Breve

BREV TIL: Peter Elias von Gähler FRA: Peter Forsskål (1761-12-18)

22. Forsskål til v. Gähler18. Dec. 1761. (efter Kopi).
Cairo d. 18. December 1761.

Dass Ew. Hochgeb. aus den Briefen die wir theils von Alexandria, theils von hier abgeschickt, schon bekant sein wird, dass wir nach einer 15tägigen Reise in Egypten angekommen, dass wir in Alexandria einen Monath warten mussten, weil in Cairo erst alles unruhig war, und wir nachhero erst aus derselben Stadt die acceptirung und Bezahlung eines Wechsels erwarten mussten ; dass wir nach Gidda nicht eher werden kommen können als in Julio des künftigen Jahres, weil eher keine Schiffe von Suez dahin abgehen ; und dass wir endlich binnen der Zeit nach dem Berge Sinai reisen und wieder hieher kommen werden ; dieses alles hoffe ich wird Ew. Hochgeb. schon bekant seyn.

Gegenwärtig übersende ich Saamen für den Copenhagenschen und Upsalichen Garten. Die letzern sind addressirt zum Hr. Wargentin in Stockholm und Hr. Envojé Celsing hat mir gütigst versprochen sie bald möglichst zu befördern. Solte das Paquet für Copenhagen zu gross seyn, wollen Herr Envojé gütigst dasselbe in mehrere kleine vertheilen lassen. Es wäre sehr zu wünschen, dass sie alle vor dem Frühjahr mögten in Copenhagen seyn können.

Wir haben uns sehr nach den Befehlen des Hr. Envojé gesehnet, nachdem wir von Rhodes und Alexandria haben einberichten müssen, dass der Philologus von dem Apothequer Florent in Constantinople Gift mitgenommen, so wohl gelbes als weisses Ar- s. 130 senic in guter Quantitét. Wir können keinen ersinnen, den es gelten solte, als uns andern, falls wir bey einiger ihm wichtigen Gelegenheit, mit ihm nicht einstimmig wären. Hier in Cairo mögen wir weniger zu befürchten haben. Denn zu unserm Glück war er nicht mit den Zimmern in dem Hause wo Hr. Lieutenant Niebuhr und ich wohne, und wo wir die Küche haben, zufrieden, sondern wohnt in einem andern Hause. Wir sind auch tägl. hier so mit Francken umgeben, dass es nicht rathsam scheint hier was grausames zu wagen. Da wir aber auf weitere Reisen, und schon nach dem Berge Sinai ihn immer in der Nähe haben, und unter lauter fremde leben müssen so werden wir mehr befürchten müssen. Herr Envojé werden leicht erachten, was uns für eine unglüokseelige Reise werden wird, falls wir immer den grössten Gefahr von unserm Mitgefährten uns vorstellen müssen. Er hat auch neulich mit grossem Eifer und so gar Drohungen behauptet, dass wir bey allen Gelegenheiten ihm den Rang, den ersten Gang und Sitz lassen müssen, wobey wir andern aber uns an der Königl. instruction gehalten, worinnen wir so lange wir reisen ausdrücklich alle vollkommen gleich declarirt sind, und sehr streng verboten, unter was vor pretextes sey sich weder autoritet oder superioritet über den andern, anzumassen. Das that ihm aber alles nicht genung, sondern er versicherte dass die Sache sich schon finden würde. Mir deucht wenigstens er giebt gar zu viele Proben dass er sich nichts zu wagen scheut. Wir würden eine glückliche Gesellschaft sein, wenn er nicht mit darunter wäre.

Dürfte ich doch unterthänigst bitten, dass Ew. Hochgeb uns gütigst so wohl über Syria, als Smirna und von Constantinopel selbst möchten uns Dero Willen wissen lassen, wenns möchlich wäre, ehe wir nach Sinai abgehen, damit wir doch auf einem Wege bald unser Schicksal wissen mögen. Ich glaube die addresse zum Hr. Niebuhr unter dem Couvert des Venetianischen Consuls Ferro mit der Erinnerung den Brief in seine eigene Hände zu liefern, würde das sicherste sein.

Mit der tiefsten Ehrerbietung bin ich zeitlebens

[Ew. Hochgebohrnen
unterthäniger Diener
Petr. Forsskaal]