Danmarks Breve

BREV TIL: Johan Hartvig Ernst Bernstorff FRA: Peter Forsskål (1763-06-09)

36. Rejseselskabet (ved Forsskål) til Bernstorff fra Mocha9. Juni 1763.

Die Veränderung, die in unserer kleinen Gesellschaft durch den Abgang des Hn. Professors von Haven am 25. verwichenen Maji vorgegangen, ist der wichtigste Umstand den an Ew. Excellence wir gegenwärtig einzuberichten haben. Er war seit anderthalb Monath vorher von Asthma sehr geplagt. Die Kranckheit mattete ihn mehr und mehr ab, biss er endlich den besagten Tag mit einem stillen Tode verschied. Wir finden unsere Verbindlichkeiten und Arbeit durch diesen Zufall vermehrt, und werden uns sämtlich bemühen, die Historischen und andern Untersuchungen, die ihm vorher oblagen, bestmöglichst fortzusetzen.

Kurtz nach unserer Ankunft in Mocha, der den 24. April geschah, berichtete an des Herrn Grafens und Oberhofmarschalls von Moltke Excellence der botanicus in einem unterthänigen Schreiben über Gidda, wie wir zuerst hier sehr übel aufgenommen würden, indem man unsere mitgebrachten naturalien, besonders Seethiere und Schlangen für Gift und Hexerey ansah und erklärete, ohnerachtet wir sehr gute recommendations Briefe mitgebracht; wie nachhero der hiesige Gouverneur durch 50 ducaten müsste s. 157 besänftiget werden; und wie er uns nachhero allerhand Ehrenund Freundschaftsbezeugungen erwiesen.

Wir gehen jetzt mit seiner Erlaubniss und convoye nach Taæs, ein Ort vier Tage Reisen im Lande hinein. Nach der residence-Stadt Sánaa aber hat er uns gesagt, dass wir ohne specielle Erlaubniss des Königes nicht gehen dürfen. Ist es uns nicht möglich dahin zu kommen, so sehen wir uns so wenig mehr in Jemen ausrichten zu können, dass wir genöthiget sein werden mit den Europäischen Schiffen wegzugehen, die gegen das Ende von August-Monath abseegeln und nachhero erst nach drey Viertel Jahr wiederkommen. Und ist es uns auch möglich bey Zeiten nach Sanaa zu reisen, wollen wir uns doch aus aller Macht bestreben, mit den uns vorgelegten problemen so bald fertig zu werden, dass wir die besagte Zeit mit den Europäern können wegkommen. Der König oder imam wird von seinen eigenen Unterthanen als ein überausgeitziger und zuweilen tyrannischer Herr beschrieben. Wir wünschen deswegen sehr nicht gar zu lange auf seine Gnade uns und unsere Papiere wagen zu müssen. So lange die armirten Europäischen Schiffe auf der Rheede von Mocha liegen, macht einige Furcht den Francken ziemliche Sicherheit. Nachhero aber komt es aufs Glück alleine an. Da wir auch seit dem Ende des vorigen Jahres in Jemen uns aufgehalten und herumgereiset sind, haben wir schon Gelegenheit gehabt ziemlich ein Land zu kennen, das nicht grösser als halb Portugal ist. Wir sehen überdem unsere Reise Casse gegenwärtig biss 1200 ducaten geschmoltzen. Wir können wegen der beständigen Nordwinde jetzt keine Briefe oder remissen von Bassora eher als nach drey viertel Jahr erwarten. Avanien konten uns in der Zeit der Armuth blossstellen. Die Gesundheit der mehresten in der Gesellschaft hat schon auch vieles gelitten. Bey allen diesen Umständen, und falls wir keine nähere ordres über Gidda vor der Abreise der Europäischen Schiffen erlangen, dürfen wir in Unterthänigkeit glauben, dass es dem Willen des Königes gemässen seye, uns und unsere schon gemachte Anmerckungen bey Zeiten mit Sicherheit zu retten, als alles auf ein langweiliges Gerathewohl zu wagen.

Mit der tiefsten Ehrerbietung sind zeitlebens

Ew. Excellences
unterthänigste Diener
C. Niebuhr. C. C. Kramer. Petr. Forsskaal.
G.W. Baurenfeind.

Mocha d. 9. Jun. 1763.